Wohnquartier Hof Hammer Kiel
Gestaltungswettbewerb
Auf einem rund vier Hektar großen Areal im Kieler Stadtteil Hammer entsteht ein neues inklusives Wohnquartier. Hof Hammer ist rund 4 km vom Zentrum entfernt und befindet sich landschftlich eingerahmt von einem Wald und der Eider.
Für 8 Gebäude sollten im Rahmen eines eingeladenen Wettbewerbs Fassadenideen entwicklet werden.
Die Besonderheit des Ortes Hof Hammer wird neben dem parkartigen Anwesen mit altem Baumbestand entscheidend durch die beiden denkmalgeschützten Gebäude Herrenhaus und Fachwerkkate definiert. Durch die Unterschiedlichkeit in Typologie und Gestaltung der beiden Gebäude wird ein besonderes Spannungsfeld aufgebaut. Die Fassadenentwürfe nehmen architektonisch Bezüge zu den Bestandsgebäuden auf und stärken damit die Identität des Ortes.
Lageplan
Villa
Fachwerkkate
Haus 7 und Haus 8
Eben wie das Herrenhaus sind diese beiden Neubauten frei als solitäre, 3-4 geschossige Kuben in der Parklandschaft platziert. Bezogen auf die Gebäudekubaturen stellen die Seitenrisaltiten des Hauses 8 eine Gebäude in ihrer Länge zu untergliedern. Das Bossenmauerwerk trägt dabei zur plastischen Gliederung der interessante Parallele zum klassizistischen Herrenhaus mit seinem Mittelrisalit dar. Mit einem hellgrau-nuancierten Verblender und stehenden Fensterformaten werden architektonische Bezüge zum helgrau verputzen Herrenhaus hergestellt. Das Motiv der horizontalen Gesimse, die die denkmalgeschützte Fassade Mittelbauteil und Staffelgeschoss mit Bossen gegliedert. Dieses Spiel mit dem Gebäudevolumen erzeugt eine subtile geschossweise gliedern, werden bei den Neubauten in Form von nach innen versetzten Verblendschichten Differenzierung zwischen den beiden sehr klar gegliederten Fassaden. Die wechselweise mit Stabgeländern und (Haus 8) und horizontale Balkonbänder (Haus7) dezent aufgenommen. Die weissgraue, profilierte Holzverschalung unter diesen Balkonen bzw. der Dachauskragung sind gestalterisch verwandt mit dem profilierten Bossenputz des Herrenhauses und findet sich gleichzeitig wieder in der Giebeschalung der Fachwerkkate.
Reihenhäuser (Häuser 3 bis 7)
Für die Fassadengestaltung der Reihenhäuser ist die denkmalgeschützte Fachwerkkate impulsgebend. Baukörperlich sind hier in Form der flachen und langgestreckten Kubatur mit Satteldach Bezüge vorhanden. Der rötliche, mit weissen Nuancen versehene Wasserstrichziegel übernimmt das ländlich bäuerliche Bild für einen Großteil des neuen Wohnquartiers. Weitere Details der Reihenhausfassaden sind dem Vorbild des historisch ländlichen Bauens entlehnt. Die Trauflinie der denkmalgeschützten Reetdachkate wird durch die Ladeluken aus weissem Holz unterbrochen.Dieses prägende Bild wird bei den Reihenhäusern in Form der hellgrau-weissen Fassadentafeln im Traufbereich der Neubauten transferiert. Die Traufzone wird ähnlich wie beim historischen Vorbild in der Länge unterbrochen und die Fassade rhythmisch gegliedert. Siehe dazu auch die Darstellung Fassadendetail im Maßstab 1:25. Die kleine Auskragung zwischen Erd- und Obergeschoss und der an sich "geduckt" wirkende Traufbereich sind weitere Gestaltungsmerkmale der ländlich historischen Architektur, die die Identifikation der Neubauten mit dem Ort Unterschiedlichkeit in Typologie und Gestaltung der beiden Gebäude verstärken.
Haus 1 und Haus 2
Die beiden längs anenandergereihten Häuser stellen mit ihren signifikanten Abstaffelungen an den Gebäudeenden eine eigene Typologie auf dem Hof Hammer dar. Im Fassadenentwurf für die beiden Gebäude werden Elemente aus der Gestaltung für die anderen Häuser vereint. Die Idee der Seitenrisalite von Haus 8 wird hier aufgegriffen, um die Gebäude in ihrer Länge zu untergliedern. Das Bossenmauerwerk trägt dabei zur plastischen Gliederung der Baukörper bei. Bei Haus 1 wird der mittlere, zurückliegende Fasadenabschnitt bis zur Attika und im Erdgeschoss mit nuancierten Verblender und stehenden Fensterformaten werden dem 1-geschossigen Erweiterungsbauteil mit Bossen versehen. Dies wird bei Haus 2 umgekehrt: hier werden Mittelbauteil und Staffelgeschoss mit Bossen gegliedert. Dieses Spiel mit dem Gebäudevolumen erzeugt eine subtile Differenzierung zwischen den beiden sehr klar gegliederten Fassaden. Die wechselweise mit Stabgeländern geschlossenen Betonbrüstungen versehenen Balkone bringen ein zusätzliches, aber ebenso klares Motiv dazu.
Perspektive: Jens Gehrcken, Berlin
Fotos, Bestand: Quelle, Wikipedia